Damals, als Kaffee, Seife und Schokolade noch Luxusgüter waren
Es klingt fast unvorstellbar: Eine Tasse Kaffee am Morgen, ein Stück Seife im Bad, eine Tafel Schokolade zwischendurch... heute selbstverständlich, vor wenigen Jahrhunderten allerdings purer Luxus.
Gerade in dieser Zeit, in einer Zeit des Wandels und des Umbruchs, denke ich viel mehr über so etwas nach.
Ich bin der Meinung, dass wir uns heute genau in diese Richtung zurück bewegen. Wir gehen sozusagen zurück in die Zukunft.
Kaffee ist unsagbar teuer geworden, der Schokoladenpreis ging im letzten Jahr auch unter die Decke... und Seife? Auch diese, besonders wenn wir auf qualitativ hochwertige Naturseifen schauen, wandern preislich kontinuierlich nach oben.
Doch sehen wir uns diese Luxusgüter einmal genauer an
Kaffee: Das schwarze Gold der Kaffeehäuser
Als Kaffee im 17. Jahrhundert nach Europa kam, war er ein Getränk für Adlige und wohlhabende Kaufleute. Die ersten Kaffeehäuser in Wien, London und Paris waren exklusive Treffpunkte. Ein Pfund Kaffeebohnen kostete damals so viel wie ein Arbeiter in einer Woche verdiente.
Seife: Vom Statussymbol zur Mangelware
Feine Seife aus Olivenöl oder parfümiert mit Lavendel, das konnten sich nur die Oberschichten leisten. Die einfache Bevölkerung behalf sich mit Asche und Sand. Erst die industrielle Fertigung im 19. Jahrhundert machte Seife erschwinglich und Hygiene demokratisch.
Doch kaum war Seife zum Alltagsprodukt geworden, wurde sie erneut zum knappen Gut. Während des Zweiten Weltkriegs fehlten Deutschland die Rohstoffe. Importe von Palm- und Kokosöl waren durch die Seeblockade abgeschnitten und tierische Fette brauchte man für die Ernährung. Die Folge war strenge Rationierung, ohne Seifenkarte kein Kauf. Die sogenannte „Kriegsseife" enthielt nur noch etwa 20 Prozent Fett, der Rest waren Füllstoffe mit kaum Waschkraft.
Auch nach Kriegsende blieb Seife Mangelware. In den Besatzungszonen behalf man sich mit selbstgemachten Seifen aus Knochenresten oder minderwertigen Fetten. Erst mit dem Wirtschaftswunder der 1950er Jahre kehrte die Normalität zurück und mit ihr das Seifenstück als Selbstverständlichkeit.
Schokolade: Vom Göttertrank zum Massenprodukt
Die Azteken nannten Kakao „Speise der Götter". In Europa blieb Trinkschokolade jahrhundertelang ein Privileg der Höfe. Erst als Niederländer und Schweizer im 19. Jahrhundert neue Verfahren entwickelten, wurde aus dem Luxusgut die Tafelschokolade für alle.
Was uns das heute sagt
Der Blick zurück zeigt: Was wir für selbstverständlich halten, war einmal unerreichbar. Vielleicht ein Grund, den nächsten Kaffee, das duftende Seifenstück oder das Stück Schokolade etwas bewusster zu genießen.
Warum schreibe ich Dir das?
Wie anfangs schon erwähnt, denke ich viel in der letzten Zeit über solche Themen nach. Wir leben im Überfluss, haben alles und viel zu viel. Und unsere Erwartungshaltung hat sich in den Jahren hochgeschraubt, wie aktuell die Preise an den Tankstellen.
Wenn wir etwas haben möchten, dann muss das sofort sein. Drei Tage auf eine Bestellung warten? Dann werden wir schon ungeduldig. Und jetzt kommt es immer häufiger vor, dass etwas mal gar nicht erhältlich ist. Das fühle ich am eigenen Hexenlaib. Rohstoffe können nicht geliefert werden wg. der vielen Kriege oder zu unglaublich hohen Preisen. Eine Lieferzeit kann da bis zu drei Monaten betragen. Daran muss ich mich mehr und mehr gewöhnen. Und leider auch immer wieder an der Preisschraube drehen.
Aber ich möchte hier nicht meckern, ganz im Gegenteil. Ich denke, das alles muss gerade geschehen um das Gefüge wieder einmal gerade zu rücken. Weniger ist mehr! Dadurch weiß ich Vieles wieder mehr zu schätzen und bin dankbarer. Ich freue mich über eine GUTE Tafel Schokolade und genieße sie langsam, wie damals als Kind. Ich gehe sparsamer mit dem Kaffee um und kippe die nicht getrunkenen Reste nicht mehr so achtlos weg.
Alles ist richtig so, wie es gerade ist.
Ich hoffe so sehr, dass Du unsere Seifen auch zukünftig noch kaufen magst. Wir stellen jedes einzelne Stück mit so viel Liebe und Hingabe her, dass es der Benutzer wirklich fühlt. Unsere Seife wird zukünftig ein wahrer Luxus sein, für die Haut, für alle Sinne und wahrscheinlich auch für den Geldbeutel. Aber das macht eine echte Naturseife auch so wertvoll. Das hoffe ich zumindest ;)
Aus diesem Grund stellen wir in der Hexenküche einiges um. Manche Seifen werden zur Zeit nicht mehr gesiedet, dafür kommen aber andere Produkte in den Shop. Auf manche Artikelgrößen verzichten wir, um produktiver zu sein und kostengünstiger arbeiten zu können.
Wenn Du Dich also in der Zukunft über das Eine oder Andere wunderst... zögere nicht uns anzurufen oder schreibe uns eine Mail. Wir sind so gerne mit Dir in Kontakt und gemeinsam können wir alles schaffen.
Am Ende wird alles gut... und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.
Oscar Wilde
Ich wünsche Dir ein erholsames Wochenende mit vielen dankbaren Momenten.
Deine Hexe Steffi
www.steffis-hexenkueche.com