Skip to:

0

Seifenentstehung in der Hexenküche

Herstellung der Basis-Seife

Wir in Steffis Hexenküche stellen all unsere Naturseifen im traditionellen Kaltrührverfahren her und ALLES per Hand!

Dafür verwenden wir nur pflanzliche Öle und Fette guter Qualität, wie Rapsöl, Olivenöl, Kokosöl, süßes Mandelöl usw. und achten darauf, dass es schonende Pressverfahren sind und wenn möglich aus kontrolliert biologischem Anbau.  Da die natürlichen Fette und Öle aus den verschiedensten Ölarten zusammengesetzt sind, welche die unterschiedlichsten Eigenschaften bezüglich Härte, Schaumbildung und Stabilität besitzen, können wir durch geschickte Mischungen, die Eigenschaften der fertigen Naturseife beeinflussen. Je mehr hochwertige Öle wir mit dem BIO-Siegel einsetzen können, desto mehr freut es uns.

Fette und Öle mischen wir mit Natronlauge (NaOH), die extra für die Kosmetikherstellung zur Verfügung gestellt wird. Keine technische Natronlauge! Dabei ist es wichtig, das richtige Verhältnis zu finden. Jedes Öl braucht eine bestimmte Menge an Lauge, um daraus eine Seife bilden zu können, die nicht zu stark basisch oder nicht zu ölig ist. Bei zu geringer Laugenmenge werden nicht alle Öle verseift und die Seife wird schmierig. 

Wir wiegen also die ausgesuchten Rohstoffe grammgenau ab und fügen sie nach einer festgelegten Reihenfolge zusammen. Da wir beim Schmelzen der festen Öle nur mit niedrigen Temperaturen arbeiten, um die Pflege- und Heilstoffe nicht zu zerstören, heißt es immer wieder sehr geduldig zu sein und RÜHREN, RÜHREN, RÜHREN...

Die Verseifung

Nachdem Fett und Lauge vermengt sind kommt der langwierige Prozess der Verseifung.

In diesem Kaltprozess liegt das Geheimnis der handgemachten Seifen. Fette und Öle bestehen chemisch gesehen aus Fettsäuren und Glycerin. Dabei hängen sich an ein Glycerinmolekül drei Fettsäuremoleküle an. Deshalb spricht man auch von Triglyceriden. Beim Verseifen wird dieses Fettmolekül aufgespalten, die drei Fettsäureteile verbinden sich jeweils mit einem Laugenmolekül und bilden so ein "Salz" aus Säure und Base, also ein Seifenmolekül. Das Glycerin bleibt bei diesem Vorgang übrig. Die Seifenindustrie wäscht gerade dieses Glycerin aus der Seife heraus! Es ist für die Industrie zu wertvoll und es kann anderweitig verwendet werden. Beim Kaltprozess bleibt das natürliche Glycerin aber in der Seife zurück und kann so seine pflegenden Eigenschaften entfalten.

Das ist der Grund, warum kaltgerührte Seifen viel sanfter und auch milder sind, als industriell hergestellte.

Wenn Du Dich jetzt also fragst, welches Tensid befindet sich in einer kaltgerührten Naturseife, können wir Dir nur antworten: Fettsäuresalze

Fettsäuresalze bestehen aus Natriumoleat, Natriumpalmitat und Natriumlinolat. Diese Salze sind typische Bestandteile einer Naturseife. 

 

Und wieder heißt es RÜHREN, RÜHREN, RÜHREN.... bis es manchmal erst nach 2 Stunden den RICHTIGEN MOMENT gibt, der uns zeigt, dass die Seifenmasse nun bereit ist, in die vorbereitete Form gegossen zu werden. Nach dem Abfüllen wird die komplette Form dick und mollig eingepackt. So bleibt die erhitzte Seife schön lange warm und kühlt nicht zu schnell wieder herunter. Nach weiteren 24 - 30 Stunden geht es dann weiter.....

Der Reifeprozess

Wenn die frische Seife komplett ausgekühlt ist, schauen wir immer mit viel Vorfreude unter den Handtüchern nach, wie diese Naturseife wohl geworden ist. Es ist jedesmal wie Weihnachten und das einige Male am Tag!

Danach wird sie vorsichtig und natürlich von Hand ausgeformt. Mit einem Schneidemesser wird jedes Seifenstück einzeln von Hand geschnitten, vorsichtig umgebettet und zum Reifen in das dafür vorgesehene Reiferegal gestellt. Jede Seife einzeln - nach und nach - mit viel Ruhe und Liebe. Dabei wird jedes Stück Seife begutachtet und das 1. Mal gewogen.

Die noch junge Seife ist für den täglichen Gebrauch noch viel zu scharf. Chemisch gesehen ist ihr Verhalten noch sehr stark basisch. Eine Maßzahl dafür ist der so genannte pH-Wert. Er reicht im Bereich der Laugen von pH 7 (neutral) bis zu pH 14 (starke Lauge). Eine junge Seife hat einen Wert zwischen pH 11 und 12. Das kann für empfindliche Haut oder für die Schleimhäute noch stark reizend sein. Nach wenigen Tagen sinkt der pH-Wert aber auf etwa 9 bis 8 herunter. Nun haben wir eine wunderbar basische Naturseife, die viel besser für unsere Haut ist, als die pH-neutralen Produkte. Vor ca. 50 Jahren war die komplette Körperpflege noch basisch. Die Reinigung war somit gründlicher und die Haut konnte die alte Haut besser abtragen und somit erneuern. Das ist auch der Wert der handelsüblichen Seifen, ausgenommen der speziell neutral gemachten Seifen, die eigentlich keine Seifen, sondern Detergenzien sind.

Ein längeres Nachreifen von Wochen oder Monaten führt zum richtigen Durchtrocknen der Seife. Sie schrumpft dabei etwas und wird auch härter. Das ist durchaus erwünscht. Reine Olivenölseifen benötigen mindestens eine 6 monatige Reifezeit, damit die positiven Eigenschaften auch ans Licht kommen. Auch soll die Seife lagerungsfähig sein. Bei manchen überfetten Seifen kann es passieren, daß sich an der Oberfläche Fettröpfchen ansammeln. Dies ist aber nicht weiter schlimm. Eher ein optisches "Problem".

In den nächsten Wochen bis zum Versand

Nicht täglich, aber alle paar Tage, wird jedes einzelne Naturseifenstück von Hand im Reiferegal gedreht. So ist gewährleistet, dass die Seife auch rundherum richtig durchtrocknen kann. Dabei werden die Seifchen nach ca. 3 Wochen wieder von Hand gewogen und entsprechend sortiert nach ein Quentchen (50g), ein Etwas (80g) und ein Ganzding (100g) in das Lagerregal umsortiert. 

Ist die Reifezeit erreicht sind die Seifen versandbereit. Unsere Naturseifen werden erst ausgeliefert, wenn sie ihren reifegradlichen Höhepunkt erreicht haben.

Auch hier setzen wir nur auf Handarbeit! Bevor unsere Naturseifen in Papier eingeschlagen werden, werden sie wieder auf der Waage und mit unseren Augen und der Nase kontrolliert. Hier setzen wir fast all unsere Sinne ein. Denn nur die besten Stücke verlassen unser Haus!

Doch dann geht es ja noch weiter. 

Unsere Packbiene verpackt mit unsagbar viel Liebe jedes einzelne Päckchen und verschönert jeden Schritt mit Schleifchen und Stempelchen, so dass wir die Sendungen manchmal am liebsten selbst behalten wollen. Doch wer schon mal ein Paket aus unserem Haus geöffnet hat, weiß wovon wir hier erzählen. Aber das ist eine andere Geschichte.....