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Seifensieden damals

Die Geschichte der Seife

Wann die Menschheit zum 1. Mal ein Stück Seife verwendet hat, kann niemand so genau sagen. Nach langer Recherche im Internet und vielen wunderbaren alten Büchern fanden wir heraus, dass das 1. überlieferte Seifenrezept aus der Zeit um 2500 v. Chr. stammt. Auf einer aus dieser Zeit stammenden Tonschiefertafel war folgendes Rezept in Keilschrift eingeritzt:

„1 Liter Öl und die 5 ½-fache Portion Pottasche“

600 v. Chr. erkannten die Ägypter die Waschkraft von Soda. Sie fanden dieses Mineral in der Wüste. In uralten Dokumenten wird berichtet, dass die Ägypter tierisches Fett oder pflanzliches Öl mit Soda verkocht haben, um damit ihre Kleidung zu waschen oder dieses Gemisch als Haarpomade zu verwenden. Nur kurze Zeit danach wurde Seife als Medizin gegen Hautkrankheiten entdeckt.... aber immer noch nicht als Waschhilfsmittel für den Körper.

Nun findet sich in den alten Schriften erst einmal nichts mehr über das Thema Seife. Erst ca. 40 n. Chr. berichtet Plinius der Ältere in seiner „Historia naturalis“ von Galliern und Germanen, die Seifen aus Ziegentalg und weiß gebrannter Asche hergestellt hätten.

Doch erst im 2. Jahrhundert wies der in Rom lebende Arzt Galenus auf die körperreinigende Wirkung der Seife hin. Da es sich allerdings als kompliziert erwies, an die erforderlichen Rohstoffe zu kommen, setzte sich die Seife als Körperwaschmittel erst im Mittelalter langsam durch.

Im 7. Jahrhundert wusste der tätige Arzt Paulus von Ägina bereits von der Möglichkeit, die Seifenlauge durch Zusatz von Kalk zu kaustisieren und empfahl die Anwendung von Seife als Heilmittel bei der Behandlung von Elephantiasis. Auch die Araber erfuhren von diesen Kenntnissen und fingen an, regelrechte Luxusseifen zu fertigen und damit Handel zu treiben.

Der althochdeutsche Begriff seifa, seipha – altnordisch säpa hatte allerdings die Bedeutung von zäher, dicker, fetter und tropfender Masse, so dass wir davon ausgehen, dass es sich in all den hunderten von Jahren immer um eine Art Schmierseife handelte.

800 n. Chr. begann Karl der Große tüchtige Seifensieder in seinen Hof zu ziehen um Stückseife herstellen zu lassen. So entwickelten sich im Hoch- und Spätmittelalter die ersten europäischen Seifenproduktionsstätten. Eine Verbesserung der Qualität brachten dann die Araber durch das neu entdeckte Olivenöl in der Seife.

Seit dem frühen 14. Jahrhundert wurden dann Seifen in richtigen Tafeln mit eingestempeltem Aufdruck hergestellt. Nun dufteten sie auch köstlich nach Pflanzen oder Parfüm.

Seit dem 14. Jahrhundert sind Seifenrezepte überliefert, allerdings ziemlich umständlich erklärt.

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Ein Rezept aus 1389 zeigt es:

Verwende stark alkalische Asche aus Hartholz, ungelöschten Kalk und hartes Wasser. Ferner benötigst Du Alaun, Unschlittfett von einem Schafbock, Pottasche und ein wenig Olivenöl.

 

Nach dem Sieden wurde der Seifenleim in einen Topf gegossen, der mit feuchten Tüchern ausgelegt war und die dann abgekühlte Seifenmasse in eine weitere, mit Schneckenhäusern belegte und mit Mehl bestäubte Form geschüttet. Der Siedevorgang unter ständigem Rühren dauerte um die 12 – 15 Stunden. Dann wurde eine Woche gewartet und die ausgehärtete Seife mit einem Draht in Stücke geschnitten. Diese wurden dann weitere 14 Tage zum Trocknen aufgestellt.

Mit der Industrialisierung setzte dann zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine größere Nachfrage nach Stückseife ein. Die Voraussetzungen dafür.... besonders, weil es jetzt um ganz neue Größenordnungen ging, schuf schließlich Nikolas Leblanc (1742 – 1806). Er erfand ein wirtschaftlich chemisches Verfahren zur Herstellung einer starken Lauge, die bislang noch immer mühsam aus der Asche gewonnen werden musste. 1907 kam auch das 1. Vollwaschmittel auf den Markt. Es enthielt neben Seifenpulver NatriumPERborat als Bleichmittel und NatriumSILicat als Stabilisator.... PERSIL! In den meisten Haushalten stellte die Hausfrau zu dieser Zeit ihre Seife noch selber her. Meistens war es die Schmierseife, das wichtigste Waschmittel für die Wäsche. Die Rohstoffe hierfür waren Pottasche, Rüböl, Hanföl, Leinöl, Tran und Talg. Neben der Kernseife blieb diese Schmierseife bis ins 20. Jahrhundert der Hit. Die industrielle Seifenherstellung läutete aber auch das vorläufige Ende des traditionellen Seifensiederhandwerks ein. Es geriet beinahe in Vergessenheit, denn es wurde mehr und mehr auf Flüssigseife umgestellt.

Heute ist glücklicherweise die traditionelle Seifenherstellung wieder gefragt. Schließlich hat sie ihre Vorzüge und besonderen Eigenschaften, die wieder mehr und mehr geschätzt werden.

Steffis Hexenküche hat dieses Wissen aus verschiedensten Quellen des Internets zusammengestellt. Zum Beispiel aus Wikipedia und aus dem Buch als PDF-Datei im Internet zu finden: Erlebnis Mittelalter von 
Pierre Dammer