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Seifensieden heute

Seifensieden industriell

Seifen werden normalerweise aus pflanzlichen oder tierischen Fetten hergestellt. Hauptsächlich werden pflanzliche Fette wie Palm- oder Palmkernfett, Kokosfett, Olivenöl, Sonnenblumenöl, Rapsöl, aber auch tierische Fette wie Schmalz, Talg Fett aus Knochen, die bei der Tierverwertung anfallen, verwendet.

Zur Herstellung werden die Fette mit einer Lauge, wie z.B. Natronlauge oder Kalilauge, gekocht. Man nennt dieses Verfahren Seifensieden. Die Fette werden dabei in Glycerin und in die Alkalisalze der Fettsäuren (die eigentlichen Seifen) zerlegt. Die Herstellung erfolgte früher in offenen Kesseln. Heute werden Seifen bei großtechnischer Herstellung in geschlossenen Anlagen gewonnen.

Die beim Sieden erhaltene zähflüssige Emulsion wird Seifenleim genannt. Wird aus dem Seifenleim durch Zusatz von Natriumchlorid der Seifenkern gewonnen, bildet sich tendenziell eine festere Seife, die Kernseife. Wird hingegen mit Kalilaugen und Kaliumsalzen gearbeitet, bilden sich Kaliumsalze der Fettsäuren, die weich bis schmierig und gut mischbar mit Wasser sind. Man erhält dann Schmierseifen.

Kernseife wird in Blöcken geformt und getrocknet. Zur Herstellung von Toiletteseifenstücken werden die Blöcke entweder zu Quadern aufgeschnitten oder grob gemahlen, die Stücke mit Farbe und Duft angeteigt, auf Walzenstühlen kalandriert (um Luft einzuschließen und schönen Glanz zu erzeugen) und ausgewalzt, die Bänder anschließend in einer Heißpresse stranggepresst und aus dem Strang Formen gestanzt und gleichzeitig zu Seifenstücken gepresst.

Handwerkliche Seifenherstellung

Neben den industriellen Verfahren werden auch Seifen im Kaltverseifungsverfahren handwerklich hergestellt. Dabei wird den zumeist hochwertigen Fetten, Ölen und Wachsen eine genau abgemessene Menge an Natronlauge beigefügt. Ziel ist eine unvollständige Verseifung der Fette und Öle, um eine pflegende Wirkung zu erzielen (Überfettung genannt). Da die Zutaten natürlichen Schwankungen unterliegen, wird die notwendige Menge an Natronlauge über die Verseifungszahl berechnet, aber die Überfettung nur grob angegeben, etwa „ca. 7 % Überfettung“.

Typischerweise werden diese Seifen als Seifenleim in Blockformen gegossen und anschließend in Stücke geschnitten oder in Silikonformen als Einzelstücke gegossen. Oft werden den Seifen noch Düfte und Farben zugesetzt. Diese Seifen sind oft auf Handwerker- und Weihnachtsmärkten zu finden und bieten teilweise wegen des Verzichtes auf allergene Bestandteile (künstliche Konservierungsmittel, Duftstoffe und Tenside) für Allergiker eine Alternative zu industriellen Seifen.

 

Quelle: Diesen Text haben wir - hier verkürzt - auf Wikipedia unter dem Suchbegriff SEIFE gefunden.