Märchen Rapunzel
Hier ist das Märchen Rapunzel nach den Gebrüdern Grimm, kurz, knapp und vollständig erzählt, aber ohne unnötige Länge:
Ein Ehepaar wünschte sich sehnlichst ein Kind. Hinter ihrem Haus lag ein Garten, der einer Zauberin gehörte. Als die Frau während der Schwangerschaft große Lust auf Rapunzeln (Feldsalat) bekam, stahl ihr Mann heimlich welche aus dem Garten. Beim dritten Mal erwischte die Zauberin ihn. Sie ließ ihn nur unter einer Bedingung gehen: Das Kind, das bald geboren würde, sollte ihr gehören.
Das Baby, ein Mädchen, nannte sie Rapunzel und sperrte es, als es älter wurde, in einen hohen Turm ohne Tür. Nur ein Fenster gab es, und die Zauberin kletterte hinauf, indem sie rief: „Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter!“ Rapunzel ließ ihr langes, goldenes Haar hinab, und die Zauberin stieg daran hinauf.
Eines Tages hörte ein Königssohn Rapunzels Gesang. Er beobachtete, wie die Zauberin in den Turm gelangte, und tat es ihr nach. Rapunzel erschrak zunächst, doch die beiden verliebten sich ineinander und schmiedeten Fluchtpläne.
Rapunzel verriet sich schließlich und die Zauberin schnitt ihr das lange Haar ab. Sie brachte Rapunzel in eine öde Wildnis und wartete selbst im Turm auf den Prinzen. Als dieser kam und am abgeschnittenen Zopf hinaufstieg, stieß sie ihn herab. Er überlebte, verlor jedoch sein Augenlicht.
Blind irrte er jahrelang durch die Welt, bis er zufällig Rapunzel wieder fand. Ihre Tränen fielen ihm in die Augen und heilten sein Augenlicht. Gemeinsam kehrten sie in sein Königreich zurück und lebten dort glücklich weiter.